Kanzlei Dr. jur. Holtus | Rechtsanwalt

Versorgungsausgleich

Gemäß § 1587 BGB fin­det zwi­schen den ge­schie­de­nen Ehe­gat­ten ein Ver­sor­gungs­aus­gleich statt. Mit dem Ver­sor­gungs­aus­gleich sol­len die wäh­rend der Ehe wech­sel­sei­tig er­wor­be­nen Ren­ten­an­wart­schaf­ten der Ehe­gat­ten so aus­ge­gli­chen wer­den, dass beide Ehe­gat­ten - auf die Ehe­zeit be­zo­gen - gleich hohe Ren­ten­an­wart­schaf­ten haben. Dem Ver­sor­gungs­aus­gleich liegt die Idee zu­grun­de, dass ein Ehe­gat­te im Laufe der Ehe auf­grund der Kin­der­be­treu­ung zu­min­dest zeit­wei­se ge­hin­dert ist, eine ei­ge­ne Ren­ten­an­wart­schaft auf­zu­bau­en.

Für diese Zeit, da sich ein Ehe­gat­te um die Ehe und Fa­mi­lie ge­küm­mert hat, soll die­ser be­züg­lich der Al­ters- und Er­werbs­un­fä­hig­keits­vor­sor­ge nicht schlech­ter ge­stellt wer­den als der Ehe­gat­te, der seine ganze Zeit durch seine Be­rufs­tä­tig­keit der Si­che­rung der Al­ters­vor­sor­ge wid­men konn­te. So­fern die Ehe­gat­ten den Ver­sor­gungs­aus­gleich nicht im Vor­feld ver­trag­lich aus­ge­schlos­sen haben oder dar­auf ver­zich­ten, wird in der Regel mit dem Schei­dungs­an­trag die Durch­füh­rung des Ver­sor­gungs­aus­gleichs be­an­tragt. Das Fa­mi­li­en­ge­richt er­mit­telt dann selbst die Ren­ten­an­sprü­che bei­der Ehe­gat­ten. Die Ehe­gat­ten er­hal­ten einen Fra­ge­bo­gen, in dem Sie ihre So­zi­al­ver­si­che­rungs­num­mer sowie sämt­li­che Ar­beits­ver­hält­nis­se und den be­ruf­li­chen und per­sön­li­chen Wer­de­gang dar­stel­len müs­sen. Die je­wei­li­ge Ren­ten­ver­si­che­rung jedes Ehe­gat­ten be­rech­net dann, wel­che Ren­ten­an­wart­schaf­ten der Ehe­gat­te er­wor­ben hat. An­schlie­ßend wird den Ehe­gat­ten der aus­zu­glei­chen­de Wert­un­ter­schied vom Ge­richt mit­ge­teilt. Nach Ab­schluss des Ver­sor­gungs­aus­gleichs­ver­fah­rens muss keine Zah­lung ge­leis­tet wer­den. Bei Ein­tritt des Ren­ten­al­ters oder des Ren­ten­falls er­höht sich die Rente beim aus­gleichs­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten und es er­folgt eine Kür­zung der Rente beim aus­gleichs­pflich­ti­gen Ehe­gat­ten.

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